Überschätze ich mich?
Dieser Test zur Selbstüberschätzung nutzt die klassische Aufgabe mit 90%-Konfidenzintervallen, um herauszufinden, ob dein „zu 90% sicher“ wirklich neun von zehn Malen stimmt. Bei zehn Zahlenfragen spannst du jeweils ein Netz, bis du zu 90% sicher bist, dass die Antwort darin liegt; erst wenn alle zehn ausgeworfen sind, fallen die Antworten herein. Forschende nutzen diese Aufgabe seit Jahrzehnten – McKenzie, Liersch und Yaniv etwa legten 2008 jeder von 135 Personen 40 Fragen vor. Das Ergebnisblatt zeigt, wie dein Fang im Vergleich dasteht.
So läuft es ab: Du bekommst zehn Zahlenfragen – Jahreszahlen, Größen und Entfernungen, Anzahlen –, zufällig gezogen aus einem Pool von 55 längst gesicherten Fakten, jeder mit einer angegebenen Quelle geprüft. Bei jeder ziehst du ein Netz entlang einer Linie auf, bis du zu 90% sicher bist, dass die Antwort darin liegt. Bis alle zehn ausgeworfen sind, wird nichts verraten, damit dich ein Fehlschlag nicht lehrt, das nächste Netz weiter zu spannen; dann fallen die Antworten herein. Zehn echte 90%-Bereiche sollten etwa neun fangen, und der Abstand zwischen neun und deinem Fang ist deine Selbstüberschätzung. Weil ein Netz über die ganze Linie alles fangen würde, bringt jedes Netz außerdem bis zu 10 Punkte nach dem Intervall-Score, mit dem Prognosebereiche bewertet werden: Engere Netze bringen mehr, ein Fisch außerhalb kostet Punkte, und ein Netz über drei Viertel der Linie oder mehr bringt nichts. Das Ergebnis zeigt auch, wie wahrscheinlich ein so kleiner Fang wie deiner für jemanden wäre, der wirklich zu 90% sicher ist, und wie viel breiter deine Netze hätten sein müssen.
Die Trefferquote misst Kalibrierung, nicht Wissen oder Intelligenz: Du musst keine einzige Antwort kennen, nur wissen, wie unsicher du bist. Die Punkte belohnen zusätzlich, wenn du genug weißt, um die Netze eng zu halten. Zehn Netze sind eine kleine Stichprobe – selbst perfekt kalibrierte Menschen fangen in etwa einem Viertel der Fälle 8 oder weniger. Die Fragen stammen nicht aus den Studien, deshalb zeigt der Vergleich mit ihnen ein Muster, keine Rangliste.
Was der Test misst
Genau eine Sache: ob dein „zu 90% sicher“ neun von zehn Malen stimmt.
Die Aufgabe
- Die Intervallaufgabe aus der Forschung zur Überpräzision: zu jeder von zehn Zahlenfragen ein Bereich, in dem der wahre Wert mit 90% Sicherheit liegt
- Zehn Fragen pro Runde – vier Jahreszahlen, drei zu Größe, Entfernung oder Temperatur, drei Anzahlen –, zufällig aus einem Pool von 55 gezogen und gemischt
- Auf die Linie drücken und ziehen, um ein Netz zu spannen; eine der beiden Bojen ziehen oder das ganze Netz verschieben, um es anzupassen. Beim Spannen zeigt das Netz, wie viel es wert ist, und wird grau, sobald es das ganze Meer abdeckt. Die Bojen lassen sich auch per Tastatur bewegen
- Keine Rückmeldung, bis alle zehn Netze draußen sind; dann fällt jede Antwort herein, und die Netze, die sie gefangen haben, werden golden
Dein Ergebnis
- Punkte von 100: Jedes Netz bringt bis zu 10, weniger, je breiter es ist; ein Fisch außerhalb kostet Punkte, und ein Netz über drei Viertel der Linie oder mehr bringt 0 und zählt nicht als Fang
- Wie viele deiner zehn Netze die Antwort gefangen haben, verglichen mit dem, was echte 90% fangen würden
- Eine von fünf Stufen: 9–10 „Deine 90% sind echte 90%“, 7–8 etwas zu selbstsicher, 4–6 zu selbstsicher, 3 oder weniger sehr sicher, oft falsch – und „Zu sehr auf Nummer sicher“, wenn die Netze das ganze Meer abdecken oder viel breiter sind, als der Fang verlangt hätte
- Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der wirklich zu 90% sicher ist, so wenige fängt wie du, und um wie viel jedes Netz breiter hätte sein müssen, damit neun fangen
- Zum Vergleich, was Studien fanden, wenn Menschen 90%-Bereiche angaben (McKenzie et al. 2008; Moore et al. 2015)
- Ein Fangbuch mit jeder Antwort und ihrer Quelle, eine Ergebniskarte, die deine Gesamtpunkte, aber keine Antwort zeigt, und ein Link, mit dem du Freunde herausforderst
Bevor du anfängst
- Etwa drei Minuten
- Handy oder Computer; am Computer lassen sich die Bojen auch mit den Pfeiltasten bewegen
- Ton ist optional und lässt sich ausschalten
- Kostenlos, ohne Anmeldung. Ein Herausforderungslink trägt deinen Namen und deine Punkte im Link selbst, nach dem #, und wird nicht hochgeladen
Fragen zur Selbstüberschätzung
Ist dieser Test kostenlos? Muss ich mich anmelden, um mein Ergebnis zu sehen?
Ja, er ist kostenlos, und es gibt keine Anmeldung: kein Konto, keine E-Mail, keine Zahlung. Dein Ergebnis erscheint auf dieser Seite, sobald du fertig bist, und du kannst es sofort teilen oder noch einmal spielen.
Wie teste ich, ob ich mich überschätze?
Gib Bereiche mit einer genannten Sicherheit an und zähl, wie oft sie die Antwort enthalten. Das ist die Intervallaufgabe aus der Forschung zur Überpräzision, und genau sie nutzt dieser Test zur Selbstüberschätzung: zehn Zahlenfragen, für jede ein Netz, bei dem du zu 90% sicher bist. Fangen deine 90%-Bereiche deutlich weniger als neun von zehn Antworten, ist deine Sicherheit deiner Genauigkeit voraus.
Wie wird der Test zur Selbstüberschätzung gewertet?
Der Test zur Selbstüberschätzung liefert zwei Zahlen. Die Trefferquote zählt, wie viele deiner zehn Netze die wahre Antwort gefangen haben, und vergleicht das mit den neun, die jemand mit echten 90% Sicherheit im Schnitt fangen würde, samt der Binomialwahrscheinlichkeit für einen so niedrigen Fang wie deinen. Die Punkte von 100 berücksichtigen zusätzlich die Breite der Netze: Jedes bringt bis zu 10, weniger, je breiter es ist; ein Fisch außerhalb kostet das 20-Fache seines Abstands, und ein Netz über drei Viertel der Linie oder mehr bringt 0. Die Antworten bleiben verborgen, bis alle zehn Netze draußen sind.
Was ist ein normales Ergebnis bei einem 90%-Sicherheits-Quiz?
Das zeigt das Ergebnisblatt, wenn alle zehn Netze drin sind, damit es deine eigenen Netze nicht beeinflusst. Es zitiert die Trefferquoten aus dem Überblick von Moore, Tenney und Haran von 2015 zu Studien über Intervallschätzungen und aus der Studie von McKenzie, Liersch und Yaniv von 2008, in der 135 Personen je 40 Fragen beantworteten. Diese Studien nutzten andere Fragen, also lies den Vergleich als Muster, nicht als Rangliste.
Woher stammen die Fragen im Test zur Selbstüberschätzung?
Der Test zur Selbstüberschätzung zieht zehn Fragen zufällig aus einem Pool von 55 längst gesicherten Fakten: pro Runde vier Jahreszahlen, drei zu Größe, Entfernung oder Temperatur und drei Anzahlen. Jede Antwort ist mit einer angegebenen Quelle geprüft, und das Fangbuch auf dem Ergebnisblatt zeigt jede Antwort mit ihrer Quelle. Du musst keine davon kennen: Der Test fragt nur, wie sicher du bist.
Überschätzen sich Fachleute weniger?
Das beantwortet das Ergebnisblatt nach deinen zehn Netzen, anhand der Studie von McKenzie, Liersch und Yaniv von 2008, in der 135 Personen, darunter Fachleute und Laien, für je 40 Fragen 90%-Bereiche angaben. Wer mehr über ein Thema weiß, kann ein Netz eng halten; ob das einen 90%-Bereich auch ehrlich hält, ist genau das, was die Studie untersucht hat.
Heißt ein niedriges Ergebnis, dass ich wenig weiß?
Die Trefferquote nicht. Dieser Teil misst Kalibrierung – ob dein Gefühl von „sicher“ zu dem passt, was passiert –, nicht, wie viel du weißt: Ehrlich breite Netze halten deine Trefferquote nahe neun von zehn, ohne dass du eine einzige Antwort kennst. Die Punkte belohnen dagegen auch Wissen, weil du mit mehr Wissen die Netze eng halten kannst. Zehn Netze sind außerdem eine kleine Stichprobe: Selbst perfekt kalibrierte Menschen fangen in etwa einem Viertel der Fälle 8 oder weniger.
Kann ich nicht einfach jedes Netz riesig machen?
Das lohnt sich nicht. Ein Netz über drei Viertel der Linie oder mehr kann nicht danebengehen, deshalb wird es schon beim Spannen grau, bringt 0 und zählt nicht als Fang. Breite Netze knapp darunter bringen ebenfalls wenig, weil die Punkte jedes Netzes mit seiner Breite schrumpfen. Am besten fährst du mit dem Netz, bei dem du ehrlich zu 90% sicher bist – gerade so breit, dass du neun zu eins darauf wetten würdest.
Woher die Zahlen stammen
Dein Fang wird über die Binomialverteilung mit echten 90% verglichen und mit den Trefferquoten, die diese Studien berichten; die Punkte nutzen den Intervall-Score von Winkler sowie von Gneiting und Raftery. Die Fragen hier unterscheiden sich von denen der Studien, deshalb gibt es kein Perzentil. Jede Antwort im Fragenpool nennt im Fangbuch ihre eigene Quelle. Die Website veröffentlicht keine Daten ihrer eigenen Spielerinnen und Spieler.
- McKenzie, Liersch & Yaniv (2008), Organizational Behavior and Human Decision Processes — Overconfidence in interval estimates: What does expertise buy you? (Selbstüberschätzung bei Intervallschätzungen und die Rolle von Expertise)
- Moore, Tenney & Haran (2015), The Wiley Blackwell Handbook of Judgment and Decision Making — Overprecision in judgment (Überblick zur Überpräzision)
- Winkler (1972), Journal of the American Statistical Association — A decision-theoretic approach to interval estimation (Ursprung des Intervall-Scores)
- Gneiting & Raftery (2007), Journal of the American Statistical Association — Strictly proper scoring rules, prediction, and estimation (Bewertungsregeln für Prognosen)
- Soll & Klayman (2004), Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition — Overconfidence in interval estimates (Selbstüberschätzung bei Intervallschätzungen)
So wird gewertet
Trefferquote
Der Anteil deiner zehn 90%-Bereiche, die die wahre Antwort enthalten. Perfekte Kalibrierung liegt bei etwa neun von zehn.
Punkte (Intervall-Score)
Jedes Netz bringt 10 × (1 − Breite − 20 × Abstand außerhalb), gemessen als Anteile seiner Linie und nach unten bei 0 begrenzt. Das ist der Intervall-Score für 90%-Bereiche (Winkler 1972; Gneiting und Raftery 2007): Breite kostet, und ein Fehlschlag kostet 2 ÷ 10% = 20-mal seinen Abstand, deshalb lohnt es sich nicht, ein Netz zur Sicherheit aufzuziehen.
Netz über das ganze Meer
Ein Netz über drei Viertel seiner Linie oder mehr. Jede Antwort liegt zwischen einem Zehntel und neun Zehnteln ihrer Linie, also kann ein solches Netz nicht danebengehen: Es bringt 0 und zählt nicht als Fang.
Überpräzision
Bereiche, die enger sind, als die angegebene Sicherheit erlaubt: die Form der Selbstüberschätzung, die diese Aufgabe misst, zusammengefasst von Moore, Tenney und Haran (2015).
Kalibrierungsprüfung
Bei jemandem, der wirklich zu 90% sicher ist, folgt die Zahl der Fänge aus zehn einer Binomialverteilung: 9 oder 10 in etwa drei von vier Fällen, 8 oder weniger in etwa einem Viertel. Dein Ergebnis sagt, wie oft ein so niedriger Fang wie deiner allein durch Zufall vorkäme.
Verbreiterungsfaktor
Um das Wievielfache jedes deiner Netze breiter hätte sein müssen, damit neun der zehn die Antwort fangen.